Vor ein paar Jahren noch war diese Straße die von ca. 4.700 m auf ca. 1.100 m ins Tiefland führt die berühmt-berüchtigte Todesstraße. Sie ist nicht asphaltiert, sehr schmal und ungesichert, das heißt, es gibt keine Leitplanken oder sonstigen Sicherheitseinrichtungen. Der Verkehr wurde damals noch in beide Richtungen geführt und jährlich sind mehrere Busse, bzw. Autos abgestürzt. Nun hat man eine asphaltierte Straße auf der anderen Seite des Tales gebaut und die Todesstraße ist für Mountainbiker und ihre Begleitfahrzeuge reserviert. Sollte sie zumindest sein. Aber wie auf so vieles auf diesem Kontinent kann man sich auch darauf nicht verlassen. Uns sind jedenfalls mehrere Autos entgegengekommen. Aber von Anfang an erzählt:
In La Paz gibt es einige Tourveranstalter, die die Mountainbiketour anbieten. Die Plakate sprechen dabei von Todesgefahr und „nur die Tapfersten kommen durch“ usw. Auch im Reiseführer wird mehr oder weniger von der Mountainbiketour gewarnt. Also dachten wir uns: Die Landschaft soll ja besonders interessant sein, die wollen wir schon sehen, aber das mit den Fahrrädern tun wir uns nicht an. Das ist zu gefährlich. Also buchten wir 2 Plätze im Begleitbus. Früh am Morgen ging es los. Mit im Bus waren eine Französin, eine Schottin, ein Neuseeländer und …. 3 Tiroler, alle nicht älter als 23. Sie hatten die Ausrüstung wie Helm, Handschuhe usw. vom Anbieter bekommen und die Mountainbikes, eigentlich recht gute Räder, waren am Dach. Schon in La Paz war es am Morgen recht kalt und als wir auf den Pass Cumbre 4700 m hoch kamen, lag plötzlich Neuschnee. Die Stimmung unserer Radfahrer sank und als sie dann auf ihre Räder umstiegen, waren sie sehr skeptisch und wir sehr froh, dass wir nicht radfahren mussten. Die erste Stunde führte noch über eine Asphaltstraße und unsere Radler waren sehr durchgefroren. Die Mädels fuhren sehr langsam und ich dachte schon insgeheim, dass ich da wohl auch leicht mitgekommen wäre. Dann begann die eigentliche Todesstraße. Zugegeben, sie ist schmal, zugegeben neben der Straße fällt das Gelände oft hunderte Meter steil ab (da wird einem im Minibus fast mulmiger als am Radl) , aber erstens wird langsam gefahren und zweitens ist das Gefälle der Straße nie sehr groß. Die Autos, die uns begegneten waren langsam unterwegs und die Gruppe wurde von einem einheimischen Führer angeführt und vom Begleitauto abgeschlossen. Von Gefahr absolut keine Spur!
Wenn das Wetter schön gewesen wäre, hätten wir uns wirklich geärgert, denn 3000 Höhenmeter bergab zu fahren, ist schon ein Erlebnis. So aber waren wir froh, denn zwischendurch begann es dann auch noch zu regnen und es wurde nur wenig wärmer. Schließlich kamen wir nach 3 Stunden im Tiefland an. Das Wetter war nicht schön und so verließen wir nach einem Mittagessen die Gegend über die neue Asphaltstraße, von der aus wir viele Coca-Felder an den Hängen sahen. Hier wird sehr viel Coca angebaut, was in Bolivien mit Einschränkungen erlaubt ist. Die Sträucher dürfen eine gewisse Höhe nicht überschreiten, erklärte uns der Führer und er meinte: Bolivien ist ein Coca-Land, alle verwenden Coca, wobei natürlich das Kauen der Blätter gemeint ist und nicht die „veredelte“ Form des Kokains. Aber natürlich wird auch ein großer Teil der Coca-Blätter in Länder wie Kolumbien gebracht, wo die Umwandlung der Blätter in Kokain durch die Drogenkartelle erfolgt.
Insgesamt führte der Ausflug in eine sehr interessante und auch schöne Gegend. Allen Bolivien-Reisenden, die gerne Rad fahren würden wir bei schönem Wetter auch zur Mountainbike-Tour raten.
Morgen verlassen wir La Paz in Richtung Santa Cruz. Dort werden wir noch 2 Tage verbringen, ich werde mich noch einmal mit einem zusammenfassenden Bericht melden und dann geht der Flieger wieder ab nach Guatemala.
Mittwoch, 30. Juni 2010
Sonntag, 27. Juni 2010
Chacaltaya und Mondtal
Als nächster Ausflug war die Besteigung des „Hausberges“ von La Paz geplant. Um ½ 9 h ging es mit einem Kleinbus voll mit 12 Leuten aus aller Herren Länder quer durch La Paz – natürlich wieder auf Umwegen, denn es war wieder die Hauptausfahrtsstraße durch Kundgebungen blockiert – zum Chacataya 5500 m hoch. Mit dem Kleinbus kann man eine sehr kurvenreiche Straße auf ca. 5300 m hoch fahren – die ungesicherten Abgründe neben der Straße lassen so manchen nach nicht vorhandenen Haltegriffen greifen… Zu gehen sind dann die letzten ca. 200 Höhenmeter – und die haben es in sich. Man schnauft ganz schön und vor allem anfangs ist jeder Schritt eine Anstrengung. Aber es lohnt sich! Das Panorama ist atemberaubend! Mehrere 6000er in der Umgebung, von verschiedenen Mineralien bunt gefärbte Bergseen, in der Ferne der Titicaca-See und sogar der höchste Berg Boliviens, fast 7000 m hoch! Auch Teile von La Paz kann man ausmachen! Es ist nicht besonders kalt und die Luft ist wie immer hier extrem trocken. Daher auch die extreme Fernsicht. Es ist auf jeden Fall ein erhebendes Gefühl auf so einem hohen Gipfel zu stehen.
Nach dem Abstieg geht es wieder in Richtung La Paz, wieder quer durch die Stadt und dann ins sogenannte Mondtal, einer Laune der Natur, die durch die Errosion Sandstein bizarr geformt hat. Am späten Nachmittag kehren wir nach La Paz in unser Hostel zurück um bald schlafen zu gehen, denn morgen geht es ins Tiefland. Darüber aber im nächsten Bericht
Nach dem Abstieg geht es wieder in Richtung La Paz, wieder quer durch die Stadt und dann ins sogenannte Mondtal, einer Laune der Natur, die durch die Errosion Sandstein bizarr geformt hat. Am späten Nachmittag kehren wir nach La Paz in unser Hostel zurück um bald schlafen zu gehen, denn morgen geht es ins Tiefland. Darüber aber im nächsten Bericht
Titicaca-See und Isla del Sol
Schnell haben wir in La Paz ein kleines “Reisebüro” gefunden mit einem sehr netten und hilfreichen Besitzer und der erste Ausflug an den Titicaca-See war gebucht. Dazu ist zu sagen, dass Busfahrten und Ausflüge hier wirklich billig sind. Z. B. der fast ganztägige Ausflug auf den Chacataya und ins Mondtal kostet mit Führer 80 Bolivianos pro Person = ca. 9 €!
Also: Wir buchten ein Zimmer in einer Eco-Lodge in Copacabana am Titicaca-See und planten von dort aus weitere Ausflüge zu machen. Der Transport nach Copacabana erfolgte in einem 28sitzigen Bus in dem wir die einzigen (!) Fahrgäste waren. Der Bus wurde mit einer primitiven Fähre auf die Insel gebracht, auf der Copacabana liegt. Doch der See war ruhig und die Überfahrt problemlos, was nicht immer der Fall sein muss, was wir bei der Rückfahrt erlebten. Unsere Eco-Lodge erwies sich als wirklich schönes und interessantes Quartier. Es bestand aus Bungalows, die aus Adobe (das sind Lehmziegel) gefertigt waren. Wir erlebten erstmalig, wie gut diese Lehmziegel isolieren. Da tagsüber immer die Sonne schien, war es abends trotz niedriger Außentemperaturen innen nie kalt! Copacabana selbst ist ein Touristenort, wobei diese auch aus dem eigenen Land kommen. Z. B. werden in Copacabana viele Hochzeiten gefeiert und viele Einheimische besuchen den Ort am Wochenende. Am ersten Nachmittag erstiegen wir den Kalvarienberg – wieder schnaufend, denn auch der Titicaca-See liegt auf über 3800 m! Abends gabs ein sehr gutes Abendessen zum landesüblichen, günstigen Preis (wir zahlen zu zweit meist zwischen 6 und 10 €, Getränke inbegriffen!) und für den nächsten Tag buchten wir eine Bootsfahrt auf die Sonneninsel Isla del Sol – ca. 2 Stunden Bootsfahrt entfernt.
Der Morgen begann, wie immer, strahlend. Das Boot legte mit uns und weiteren ca. 25 Fahrgästen ab und wir fuhren über den sehr blauen, klaren Riesensee. Bald kamen die Cordilleren in Sicht und diese Mischung aus Berg und See machte eine ganz eigene Stimmung. Im Norden der Insel angekommen, machten wir uns auf zu einer Wanderung quer über die Insel, immer am Bergrücken entlang. Unser Boot sollte uns in ca. 4 Stunden später im Süden abholen. Also: Wieder einmal schnaufen, aber auch diesmal lohnte es sich. Wir hatten wunderbare Ausblicke auf denTiticaca-See und die umgebenden Berge und waren nach ca. 3 Stunden schon an der Südspitze. Ein Bier an einem sonnigen Plätzchen rundete den Ausflug ab. Wieder ein wunderschönes Landschaftserlebnis in diesem an Schönheiten so reichen Land!
Der nächste Vormittag wurde in der Sonne liegend vertrödelt und bevor wir um 13.00Uhr unseren Bus bestiegen, aßen wir in einem Einheimischenstandl am Strand gegrillte Forellen – die hier im See gefangen werden. Wieder ein kleiner Einblick in die Preise: 2 Forellen mit Reis und Pommes + 2 Flaschen Bier 60 Bolivianos = ca. 7 €.
Danach ging es wieder per Bus in Richtung La Paz. Unterwegs trafen wir auf einen Festumzug mit prachtvollen Masken. Man erklärte uns, dass das Fest des heiligen Petrus gefeiert würde. Komischerweise mit Inkamasken und Inkakostümen! Einer unserer Führer hat einmal zu uns gesagt: „Offiziell sind wir katholisch, aber in Wirklichkeit verehren wir viele Götter!“ Insoferne unterscheiden sich die Inkas nicht von den Mayas in Guatemala.
In La Paz angekommen müssen wir am Busbahnhof aussteigen. Wir winken uns schnell ein Taxi herbei und los geht die Fahrt. Doch nur ein paar Meter, da will ein Frau einsteigen. Sie quetscht sich auf meiner Seite auf den Rücksitz, Wilfried sitzt links von mir. Sie ist sehr freundlich und erklärt uns, dass sie aus Kolumbien kommt und 3 Tage Fahrt hinter sich hat usw. usw. Plötzlich hält das Taxi wieder und ein Mann behauptet von der Einwanderungsbehörde zu sein und will auch in das Taxi steigen. Da klingelt es bei uns! Wir wurden durch Plakate in den Hostels und durch eigene Artikel im Reiseführer davor gewarnt, dass Touristen aufpassen sollen, wenn jemand in einem Taxi zusteigt. Es sei nämlich häufig vorgekommen, dass diese dann von der "Übermacht" im Taxi beraubt wurden. In einer unglaublich schnellen Reaktion haben wir das noch stehende Taxi verlassen, den Kofferraum aufgerissen, unsere Rucksäcke herausgeholt und sind auf und davon. Das Taxi ist mit der Frau an Board weiter gefahren (sie hatte übrigens kein Gepäck, das ist uns aber erst später aufgefallen) und der vermeintliche Einwanderungsbeamte hat schleunigst das Weite gesucht. So haben wir durch Geistesgegenwart vermieden, dass die Leser dieses Blogs uns mit Auslandsüberweisungen aus der Patsche helfen mussten. So ist das Leben in Großstädten, leider auch hier in La Paz. Aber es ist alles gut gegangen und wir haben wieder dazu gelernt!
Also: Wir buchten ein Zimmer in einer Eco-Lodge in Copacabana am Titicaca-See und planten von dort aus weitere Ausflüge zu machen. Der Transport nach Copacabana erfolgte in einem 28sitzigen Bus in dem wir die einzigen (!) Fahrgäste waren. Der Bus wurde mit einer primitiven Fähre auf die Insel gebracht, auf der Copacabana liegt. Doch der See war ruhig und die Überfahrt problemlos, was nicht immer der Fall sein muss, was wir bei der Rückfahrt erlebten. Unsere Eco-Lodge erwies sich als wirklich schönes und interessantes Quartier. Es bestand aus Bungalows, die aus Adobe (das sind Lehmziegel) gefertigt waren. Wir erlebten erstmalig, wie gut diese Lehmziegel isolieren. Da tagsüber immer die Sonne schien, war es abends trotz niedriger Außentemperaturen innen nie kalt! Copacabana selbst ist ein Touristenort, wobei diese auch aus dem eigenen Land kommen. Z. B. werden in Copacabana viele Hochzeiten gefeiert und viele Einheimische besuchen den Ort am Wochenende. Am ersten Nachmittag erstiegen wir den Kalvarienberg – wieder schnaufend, denn auch der Titicaca-See liegt auf über 3800 m! Abends gabs ein sehr gutes Abendessen zum landesüblichen, günstigen Preis (wir zahlen zu zweit meist zwischen 6 und 10 €, Getränke inbegriffen!) und für den nächsten Tag buchten wir eine Bootsfahrt auf die Sonneninsel Isla del Sol – ca. 2 Stunden Bootsfahrt entfernt.
Der Morgen begann, wie immer, strahlend. Das Boot legte mit uns und weiteren ca. 25 Fahrgästen ab und wir fuhren über den sehr blauen, klaren Riesensee. Bald kamen die Cordilleren in Sicht und diese Mischung aus Berg und See machte eine ganz eigene Stimmung. Im Norden der Insel angekommen, machten wir uns auf zu einer Wanderung quer über die Insel, immer am Bergrücken entlang. Unser Boot sollte uns in ca. 4 Stunden später im Süden abholen. Also: Wieder einmal schnaufen, aber auch diesmal lohnte es sich. Wir hatten wunderbare Ausblicke auf denTiticaca-See und die umgebenden Berge und waren nach ca. 3 Stunden schon an der Südspitze. Ein Bier an einem sonnigen Plätzchen rundete den Ausflug ab. Wieder ein wunderschönes Landschaftserlebnis in diesem an Schönheiten so reichen Land!
Der nächste Vormittag wurde in der Sonne liegend vertrödelt und bevor wir um 13.00Uhr unseren Bus bestiegen, aßen wir in einem Einheimischenstandl am Strand gegrillte Forellen – die hier im See gefangen werden. Wieder ein kleiner Einblick in die Preise: 2 Forellen mit Reis und Pommes + 2 Flaschen Bier 60 Bolivianos = ca. 7 €.
Danach ging es wieder per Bus in Richtung La Paz. Unterwegs trafen wir auf einen Festumzug mit prachtvollen Masken. Man erklärte uns, dass das Fest des heiligen Petrus gefeiert würde. Komischerweise mit Inkamasken und Inkakostümen! Einer unserer Führer hat einmal zu uns gesagt: „Offiziell sind wir katholisch, aber in Wirklichkeit verehren wir viele Götter!“ Insoferne unterscheiden sich die Inkas nicht von den Mayas in Guatemala.
In La Paz angekommen müssen wir am Busbahnhof aussteigen. Wir winken uns schnell ein Taxi herbei und los geht die Fahrt. Doch nur ein paar Meter, da will ein Frau einsteigen. Sie quetscht sich auf meiner Seite auf den Rücksitz, Wilfried sitzt links von mir. Sie ist sehr freundlich und erklärt uns, dass sie aus Kolumbien kommt und 3 Tage Fahrt hinter sich hat usw. usw. Plötzlich hält das Taxi wieder und ein Mann behauptet von der Einwanderungsbehörde zu sein und will auch in das Taxi steigen. Da klingelt es bei uns! Wir wurden durch Plakate in den Hostels und durch eigene Artikel im Reiseführer davor gewarnt, dass Touristen aufpassen sollen, wenn jemand in einem Taxi zusteigt. Es sei nämlich häufig vorgekommen, dass diese dann von der "Übermacht" im Taxi beraubt wurden. In einer unglaublich schnellen Reaktion haben wir das noch stehende Taxi verlassen, den Kofferraum aufgerissen, unsere Rucksäcke herausgeholt und sind auf und davon. Das Taxi ist mit der Frau an Board weiter gefahren (sie hatte übrigens kein Gepäck, das ist uns aber erst später aufgefallen) und der vermeintliche Einwanderungsbeamte hat schleunigst das Weite gesucht. So haben wir durch Geistesgegenwart vermieden, dass die Leser dieses Blogs uns mit Auslandsüberweisungen aus der Patsche helfen mussten. So ist das Leben in Großstädten, leider auch hier in La Paz. Aber es ist alles gut gegangen und wir haben wieder dazu gelernt!
La Paz
La Paz
ist nicht die Hauptstadt Boliviens (das ist Sucre), aber es ist wohl die wichtigste Stadt hier. Sie liegt in einer Höhe zwischen 3100 und 4100 m. Mit seinen ca. 850.000 Einwohnern ist sie riesengroß, vor allem deswegen, weil die meisten Menschen hier in kleinen Häusern wohnen und diese die vielen Hügel der Stadt bedecken. Wir haben hier in La Paz ein nettes Hostel gefunden und haben, wahrscheinlich durch die Erfahrung in Potosi auch keine ärgeren Höhenprobleme außer dass man schnell außer Atem gerät, vor allem deswegen, weil es ständig steil bergauf und bergab geht. Unser Hostel befindet sich im Indigina-Viertel, wo es auf den Straßen sehr bunt zugeht. Indiginas sitzen mit ihren Waren am Gehsteig und bieten alles, von Mandarinen und Orangen bis Zahnpaste, Brot, CDs usw. usw. an. In der Nähe ist die sog. Hexenstraße, wo so schräge Dinge wie Lama-Embryos angeboten werden. Sie werden beim Neubau eines Hauses an allen 4 Ecken eingemauert und sollen Glück bringen. Außerdem gibt es Kräuter für und gegen alles Mögliche, bunte Pflanzensamen und Räucherwerk.
Von La Paz aus lassen sich zahlreiche Ausflüge machen. Den ersten werden wir an den Titicaca – See unternehmen.
ist nicht die Hauptstadt Boliviens (das ist Sucre), aber es ist wohl die wichtigste Stadt hier. Sie liegt in einer Höhe zwischen 3100 und 4100 m. Mit seinen ca. 850.000 Einwohnern ist sie riesengroß, vor allem deswegen, weil die meisten Menschen hier in kleinen Häusern wohnen und diese die vielen Hügel der Stadt bedecken. Wir haben hier in La Paz ein nettes Hostel gefunden und haben, wahrscheinlich durch die Erfahrung in Potosi auch keine ärgeren Höhenprobleme außer dass man schnell außer Atem gerät, vor allem deswegen, weil es ständig steil bergauf und bergab geht. Unser Hostel befindet sich im Indigina-Viertel, wo es auf den Straßen sehr bunt zugeht. Indiginas sitzen mit ihren Waren am Gehsteig und bieten alles, von Mandarinen und Orangen bis Zahnpaste, Brot, CDs usw. usw. an. In der Nähe ist die sog. Hexenstraße, wo so schräge Dinge wie Lama-Embryos angeboten werden. Sie werden beim Neubau eines Hauses an allen 4 Ecken eingemauert und sollen Glück bringen. Außerdem gibt es Kräuter für und gegen alles Mögliche, bunte Pflanzensamen und Räucherwerk.
Von La Paz aus lassen sich zahlreiche Ausflüge machen. Den ersten werden wir an den Titicaca – See unternehmen.
Dienstag, 22. Juni 2010
Die Fahrt nach La Paz
Schon beim Kaufen des Tickets machte man uns darauf aufmerksam, dass die Straße nach La Paz von Demonstranten blockiert sei, dass man aber eine Ersatzroute fahren würde. Wir waren auf einiges gefasst, aber das, was wir dann erlebten, schlug alle Erwartungen: Wir fuhren durch die Salzwüste und dann durch die Hochlandwüste. Eine Route über Stock und Stein und das mit 2 großen Bussen. Immer wieder blieben wir stehen und die beiden Chauffeure berieten, wie man nun wohl fahren sollte. Manchmal blieben wir bei Hütten stehen und die Fahrer fragten nach der Fortsetzung des Weges. Niemals würde ein Bus in Mitteleuropa so eine Strecke fahren!!! Unglaublich! Zwischendurch mussten wir einige Male umdrehen, weil wir uns offensichtlich verfahren hatten – und das mit zwei recht guten Linienbussen voller Menschen und in völliger Dunkelheit!
Ich sitze derzeit in einem dieser Busse und möchte jetzt gleich sozusagen live von dieser Fahrt berichten:
Zuerst fuhren wir über den Salar, den großen Salzsee, dann in der Steinwüste, wo wir plötzlich in einem Dorf hielten. Jemand wurde aus einer Hütte geholt und offensichtlich befragt. Dann drehten die beiden Busse um und wir fahren derzeit wieder über den Salzsee. Wir finden die Aktion bisher noch lustig, aber wer weiß wie lange noch?
Nun verlassen wir den Salzsee wieder und die Holperei über Stock und Stein beginnt. Dass das der Bus überhaupt aushält, wundert mich… wieder ein Dorf… wir bleiben wieder stehen, offensichtlich wird beraten, wie und wo es weiter geht. Wir sind schon 3 Stunden unterwegs, fahren wir jetzt wieder nach Uyuni zurück? Nein! Es geht weiter… Gottseidank ist der Bus im Gegensatz zu anderen bolivianischen Bussen gut geheizt, draußen ist es bitterkalt! Wilfried und ich lachen uns krumm und scherzen pausenlos. Hoffentlich vergeht uns das Lachen nicht noch…
Mir scheint unsere Fahrer haben jetzt den richtigen Weg gefunden, die Bezeichnung Straße wäre wirklich übertrieben. Normalerweise fährt man hier sicher mit Allradautos. Wir holpern also dahin. Wenn das so weiter geht, sind wir zu Mittag auch noch nicht in La Paz. Am meisten bedauern wir die Menschen im zweiten Bus. Sie sind gestern schon einmal in Richtung La Paz gefahren. Dann standen sie 12 Stunden an der Blockade und wurden wieder nach Uyuni zurückgebracht. Man versprach ihnen heute eine andere Route zu fahren – und jetzt das….
Jetzt geht langsam der Akku meines Netbooks zu Ende. Ich wird den Bericht in La Paz (hoffentlich!!!) fertigstellen...
Nun sind wir glücklich in La Paz gelandet. Es ist 10 h morgens. Die Fahrt hat 14 Stunden gedauert. Man glaubt gar nicht, dass man sich sogar daran gewöhnen kann. Wir haben eigentlich recht viel geschlafen und uns von der Rüttlerei nicht stören lassen. Erst die letzten 3 Stunden fuhr der Bus auf einer Asphaltstraße!
Der erste Eindruck von La Paz ist sagenhaft! Die Stadt liegt auf vielen Hügeln verteilt und besteht vor allem aus kleinen, verschachtelten Häusern. Wir haben uns in einem sehr netten Hostel einquartiert und wir haben außer warmem Wasser auch noch W-Lan. Herz, was willst du mehr. Nun werden wir La Paz etwas erkunden - langsam gehend, denn die Stadt liegt auf 4300 m und die Straßen sind fast alle steil. Auch die Erreichung unseres Zimmers im 4. Stock ist ein gutes Training. Bevor wir La Paz in Richtung Titicaca-See verlassen werden, werde ich mich nochmals mit einem Bericht und Fotos melden.
Schon beim Kaufen des Tickets machte man uns darauf aufmerksam, dass die Straße nach La Paz von Demonstranten blockiert sei, dass man aber eine Ersatzroute fahren würde. Wir waren auf einiges gefasst, aber das, was wir dann erlebten, schlug alle Erwartungen: Wir fuhren durch die Salzwüste und dann durch die Hochlandwüste. Eine Route über Stock und Stein und das mit 2 großen Bussen. Immer wieder blieben wir stehen und die beiden Chauffeure berieten, wie man nun wohl fahren sollte. Manchmal blieben wir bei Hütten stehen und die Fahrer fragten nach der Fortsetzung des Weges. Niemals würde ein Bus in Mitteleuropa so eine Strecke fahren!!! Unglaublich! Zwischendurch mussten wir einige Male umdrehen, weil wir uns offensichtlich verfahren hatten – und das mit zwei recht guten Linienbussen voller Menschen und in völliger Dunkelheit!
Ich sitze derzeit in einem dieser Busse und möchte jetzt gleich sozusagen live von dieser Fahrt berichten:
Zuerst fuhren wir über den Salar, den großen Salzsee, dann in der Steinwüste, wo wir plötzlich in einem Dorf hielten. Jemand wurde aus einer Hütte geholt und offensichtlich befragt. Dann drehten die beiden Busse um und wir fahren derzeit wieder über den Salzsee. Wir finden die Aktion bisher noch lustig, aber wer weiß wie lange noch?
Nun verlassen wir den Salzsee wieder und die Holperei über Stock und Stein beginnt. Dass das der Bus überhaupt aushält, wundert mich… wieder ein Dorf… wir bleiben wieder stehen, offensichtlich wird beraten, wie und wo es weiter geht. Wir sind schon 3 Stunden unterwegs, fahren wir jetzt wieder nach Uyuni zurück? Nein! Es geht weiter… Gottseidank ist der Bus im Gegensatz zu anderen bolivianischen Bussen gut geheizt, draußen ist es bitterkalt! Wilfried und ich lachen uns krumm und scherzen pausenlos. Hoffentlich vergeht uns das Lachen nicht noch…
Mir scheint unsere Fahrer haben jetzt den richtigen Weg gefunden, die Bezeichnung Straße wäre wirklich übertrieben. Normalerweise fährt man hier sicher mit Allradautos. Wir holpern also dahin. Wenn das so weiter geht, sind wir zu Mittag auch noch nicht in La Paz. Am meisten bedauern wir die Menschen im zweiten Bus. Sie sind gestern schon einmal in Richtung La Paz gefahren. Dann standen sie 12 Stunden an der Blockade und wurden wieder nach Uyuni zurückgebracht. Man versprach ihnen heute eine andere Route zu fahren – und jetzt das….
Jetzt geht langsam der Akku meines Netbooks zu Ende. Ich wird den Bericht in La Paz (hoffentlich!!!) fertigstellen...
Nun sind wir glücklich in La Paz gelandet. Es ist 10 h morgens. Die Fahrt hat 14 Stunden gedauert. Man glaubt gar nicht, dass man sich sogar daran gewöhnen kann. Wir haben eigentlich recht viel geschlafen und uns von der Rüttlerei nicht stören lassen. Erst die letzten 3 Stunden fuhr der Bus auf einer Asphaltstraße!
Der erste Eindruck von La Paz ist sagenhaft! Die Stadt liegt auf vielen Hügeln verteilt und besteht vor allem aus kleinen, verschachtelten Häusern. Wir haben uns in einem sehr netten Hostel einquartiert und wir haben außer warmem Wasser auch noch W-Lan. Herz, was willst du mehr. Nun werden wir La Paz etwas erkunden - langsam gehend, denn die Stadt liegt auf 4300 m und die Straßen sind fast alle steil. Auch die Erreichung unseres Zimmers im 4. Stock ist ein gutes Training. Bevor wir La Paz in Richtung Titicaca-See verlassen werden, werde ich mich nochmals mit einem Bericht und Fotos melden.
In der Wüste 3. Tag
Uyuni 21. 6.
Um ½ 5 h aufstehen, frühstücken und los geht die Fahrt noch im Finsteren. Die Sonne geht so gegen ½ 7 h auf und da sind wir dann schon bei den Geysiren– einem Naturphänomen wie es interessanter nicht sein könnte. Die Farben sind atemberaubend, aber nicht nur sie, sondern auch die Schwefeldämpfe, die aus den Ritzen und Löchern im Boden steigen. Wir gehen zwischen den Rauchschwaden herum und manch einer wagt es auch einmal auf eine kleine Ritze im Boden durch die der Rauch nach draußen dringt draufzusteigen. Der Rauch ist warm. Ich kann mich nur schwer von hier lösen, denn ich bin total fasziniert von den Naturgewalten. Leider hupt Jimmy schon und ich muss wieder ins Auto. Weiter über Stock und Stein diesmal über einen Pass 5000 m hoch. Hier ist es schon mühsam einige schnelle Schritte zu machen – man schnauft gleich wie eine Dampflock! Nun müssen wir unsere brasilianischen Reisegefährten zur chilenischen Grenze bringen. Diese liegt mitten in der Hochland-Wüste und besteht aus einem einzigen, kleinen Haus und einem unmotiviert herumstehenden Schranken. Hier möchte ich nicht Grenzbeamter sein! Der Abschied ist herzlich und wir freuen uns schon darauf nur mehr zu Dritt (außer unserer Crew) im Auto zu sein. Dem ist aber nicht so. In Bolivien fährt kein Auto nicht voll besetzt und so bekommen wir drei neue Weggefährten: 2 Koreaner und einen Bolivianer. Gleich beengt wie vorher nur mit dem Nachteil, dass wir den Verdacht hegen, dass die Koreaner sich schon einige Zeit nicht mehr gewaschen haben, wird die Reise fortgesetzt. Wir kommen an die heißen Quellen, die in einem kleinen Betonbecken gefasst wurden und könnten dort ein Bad nehmen, auf das wir aber verzichten, denn es gibt keine Umkleidemöglichkeiten und es hat noch immer Minusgrade. Außerdem „waken“ wie wir auf steirisch so schön sagen einige Tourteilnehmer, die sich sicher genauso wie wir die letzten 2 ½ Tage nicht gewaschen haben in der Brühe. Also kein Thermalbad, dafür Mittagessen und dann Heimfahrt. Diese gestaltet sich recht stressig, denn unser Chauffeur hat in beiden Backen jede Menge Coca eingelagert und fährt etwas seltsam. Er reagiert sehr zeitverzögert und so sitze ich einige Stunden voll angespannt im Auto, stoße hin und wieder einen Warnschrei aus und bin froh, als wir gegen 19 h Uyuni erreichen. Wir leisten uns ein Hotel mit Heizung und heißem Wasser (ist hier Luxusklasse und kostet ca. 35 € für beide pro Nacht). Leider gibt es auch in diesem Hotel kein W-Lan und so muss ich das Hochladen meiner Berichte und der Fotos wieder verschieben. Ich dusche eine halbe Stunde lang, wärme mich dann im weichen, warmen Bett auf und bin sehr dankbar für die Segnungen der Zivilisation. Den morgigen Tag werden wir in Uyuni verbringen, bzw. vertrödeln, denn zu sehen gibt es hier wirklich nichts und am Abend werden wir uns auf den Weg nach La Paz machen, was wieder eine Busfahrt von 11 – 12 Stunden bedeutet. Die Busse fahren aber, wie fast immer in Bolivien nur nachts. Wir werden also am Morgen in La Paz, der höchstgelegenen Großstadt der Welt ankommen. Von dort hoffe ich, den nächsten Bericht schicken zu können.
Um ½ 5 h aufstehen, frühstücken und los geht die Fahrt noch im Finsteren. Die Sonne geht so gegen ½ 7 h auf und da sind wir dann schon bei den Geysiren– einem Naturphänomen wie es interessanter nicht sein könnte. Die Farben sind atemberaubend, aber nicht nur sie, sondern auch die Schwefeldämpfe, die aus den Ritzen und Löchern im Boden steigen. Wir gehen zwischen den Rauchschwaden herum und manch einer wagt es auch einmal auf eine kleine Ritze im Boden durch die der Rauch nach draußen dringt draufzusteigen. Der Rauch ist warm. Ich kann mich nur schwer von hier lösen, denn ich bin total fasziniert von den Naturgewalten. Leider hupt Jimmy schon und ich muss wieder ins Auto. Weiter über Stock und Stein diesmal über einen Pass 5000 m hoch. Hier ist es schon mühsam einige schnelle Schritte zu machen – man schnauft gleich wie eine Dampflock! Nun müssen wir unsere brasilianischen Reisegefährten zur chilenischen Grenze bringen. Diese liegt mitten in der Hochland-Wüste und besteht aus einem einzigen, kleinen Haus und einem unmotiviert herumstehenden Schranken. Hier möchte ich nicht Grenzbeamter sein! Der Abschied ist herzlich und wir freuen uns schon darauf nur mehr zu Dritt (außer unserer Crew) im Auto zu sein. Dem ist aber nicht so. In Bolivien fährt kein Auto nicht voll besetzt und so bekommen wir drei neue Weggefährten: 2 Koreaner und einen Bolivianer. Gleich beengt wie vorher nur mit dem Nachteil, dass wir den Verdacht hegen, dass die Koreaner sich schon einige Zeit nicht mehr gewaschen haben, wird die Reise fortgesetzt. Wir kommen an die heißen Quellen, die in einem kleinen Betonbecken gefasst wurden und könnten dort ein Bad nehmen, auf das wir aber verzichten, denn es gibt keine Umkleidemöglichkeiten und es hat noch immer Minusgrade. Außerdem „waken“ wie wir auf steirisch so schön sagen einige Tourteilnehmer, die sich sicher genauso wie wir die letzten 2 ½ Tage nicht gewaschen haben in der Brühe. Also kein Thermalbad, dafür Mittagessen und dann Heimfahrt. Diese gestaltet sich recht stressig, denn unser Chauffeur hat in beiden Backen jede Menge Coca eingelagert und fährt etwas seltsam. Er reagiert sehr zeitverzögert und so sitze ich einige Stunden voll angespannt im Auto, stoße hin und wieder einen Warnschrei aus und bin froh, als wir gegen 19 h Uyuni erreichen. Wir leisten uns ein Hotel mit Heizung und heißem Wasser (ist hier Luxusklasse und kostet ca. 35 € für beide pro Nacht). Leider gibt es auch in diesem Hotel kein W-Lan und so muss ich das Hochladen meiner Berichte und der Fotos wieder verschieben. Ich dusche eine halbe Stunde lang, wärme mich dann im weichen, warmen Bett auf und bin sehr dankbar für die Segnungen der Zivilisation. Den morgigen Tag werden wir in Uyuni verbringen, bzw. vertrödeln, denn zu sehen gibt es hier wirklich nichts und am Abend werden wir uns auf den Weg nach La Paz machen, was wieder eine Busfahrt von 11 – 12 Stunden bedeutet. Die Busse fahren aber, wie fast immer in Bolivien nur nachts. Wir werden also am Morgen in La Paz, der höchstgelegenen Großstadt der Welt ankommen. Von dort hoffe ich, den nächsten Bericht schicken zu können.
In der Wüste 2. Tag
Uyuni 20. 6.
Nach einer wirklich kalten Nacht stehen wir um 6h auf, bekommen Frühstück auf unsern Salztisch serviert, erleben einen farbenprächtigen Sonnenaufgang und verlassen das „Hotel“ um ca. ½ 8 h. Wir fahren durch eine atemberaubende Landschaft. Die Straßen sind sehr schlecht, oft nur Pisten – es geht über Stock und Stein. Immer wieder eröffnen sich neue Panoramen mit seltsam gefärbten Vulkanen, unendlich scheinenden Ebenen und kleinen Seen, die durch ihren Mineralgehalt in ganz verschiedenen Farben schillern. Hier gibt es auch einige Flamingos. Die meisten sind um diese Jahreszeit nach Argentinien abgewandert, weil die Seen oft zugefroren sind. Wir staunen und staunen. Das hier am meisten vorkommende Mineral ist Borax – ein weißes Gestein. Ganze Teile von Bergen und viele Lagunenufer bestehen daraus. Offensichtlich ist dieses Mineral nicht sehr wertvoll, denn es wird hier nicht abgebaut.
Gegen Abend kommen wir zu unserem zweiten Nachtquartier. Unsere 5 Mitreisenden bekommen wieder ein 5-Bett-Zimmer. Wir wieder eines mit 2 Betten. Nach dem Abendessen spielen wir alle zusammen noch UNO und sind sehr froh als unser Fahrer Jimmy jedem von uns eine Wärmeflasche in die Hand drückt. Es ist wieder bitterkalt und hat sicher Minusgrade. Unsere Blei be ist irgendwie eine Baracke – völlig unisoliert, mit Blechdach und natürlich ohne jegliche Heizung. Womit sollte man hier auch heizen – es gibt weder Holz, noch andere Brennstoffe. Also, die Wärmeflasche in den Schlafsack gesteckt, ein paar Flaschen Wein geleert und dann ab in die Heia. In der Nacht heißt es dann möglichst wenige Körperteile aus dem Schlafsack ragen zu lassen und beim Frühstück sitzen wir sehr verfroren die Hände um die heiße Kaffeetasse geschmiegt. Der neue Tag wird sicher wieder spannend werden!
Nach einer wirklich kalten Nacht stehen wir um 6h auf, bekommen Frühstück auf unsern Salztisch serviert, erleben einen farbenprächtigen Sonnenaufgang und verlassen das „Hotel“ um ca. ½ 8 h. Wir fahren durch eine atemberaubende Landschaft. Die Straßen sind sehr schlecht, oft nur Pisten – es geht über Stock und Stein. Immer wieder eröffnen sich neue Panoramen mit seltsam gefärbten Vulkanen, unendlich scheinenden Ebenen und kleinen Seen, die durch ihren Mineralgehalt in ganz verschiedenen Farben schillern. Hier gibt es auch einige Flamingos. Die meisten sind um diese Jahreszeit nach Argentinien abgewandert, weil die Seen oft zugefroren sind. Wir staunen und staunen. Das hier am meisten vorkommende Mineral ist Borax – ein weißes Gestein. Ganze Teile von Bergen und viele Lagunenufer bestehen daraus. Offensichtlich ist dieses Mineral nicht sehr wertvoll, denn es wird hier nicht abgebaut.
Gegen Abend kommen wir zu unserem zweiten Nachtquartier. Unsere 5 Mitreisenden bekommen wieder ein 5-Bett-Zimmer. Wir wieder eines mit 2 Betten. Nach dem Abendessen spielen wir alle zusammen noch UNO und sind sehr froh als unser Fahrer Jimmy jedem von uns eine Wärmeflasche in die Hand drückt. Es ist wieder bitterkalt und hat sicher Minusgrade. Unsere Blei be ist irgendwie eine Baracke – völlig unisoliert, mit Blechdach und natürlich ohne jegliche Heizung. Womit sollte man hier auch heizen – es gibt weder Holz, noch andere Brennstoffe. Also, die Wärmeflasche in den Schlafsack gesteckt, ein paar Flaschen Wein geleert und dann ab in die Heia. In der Nacht heißt es dann möglichst wenige Körperteile aus dem Schlafsack ragen zu lassen und beim Frühstück sitzen wir sehr verfroren die Hände um die heiße Kaffeetasse geschmiegt. Der neue Tag wird sicher wieder spannend werden!
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