Am vergangenen Donnerstag saß ich bei meiner Arbeit am Computer als plötzlich die Scheiben der Terrassentüre und der Fenster klirrten. Ich war sehr erstaunt, weil ich kein Erdbeben verspürt hatte und ging beim zweiten Klirren sogar nachsehen, was da los sei, konnte aber nichts entdecken. Erst später bin ich draufgekommen, dass das Klirren durch den Druck des Ausbruchs des Pacaya, unserem "Hausvulkan" hier in Guatemala-City, ausgelöst wurde. Am Abend begann dann der Aschenregen auf die Stadt und die Umgebung nieder zu gehen. Kohlschwarzer, scharfkantiger Sand, sowie zeitweise auch schmierige Asche vermischt mit Regen kamen vom Himmel und bedeckten alles mit einer dicken Schicht. Straßen, Dächer, Pflanzen - alles schwarz.
Fast gleichzeitig näherte sich vom Pazifik her der Tropensturm "Agatha". An der Küste tobte das Meer in meterhohen Wellen und im Landesinneren gingen 3 Tage lang schwere Regenfälle in Kombination mit starken Stürmen nieder. Vermurungen verlegten Straßen, Bäume stürzten um, Strommasten wurden geknickt und halbe Dörfer wurden verschüttet.
Heute morgens hörte es endlich zu regnen auf und Wilfried und ich machten uns mit dem Auto auf um den Pacaya von der Ferne zu beobachten. Leider ist der Berg derzeit nicht zu sehen, da starker Nebel die Gegend bedeckt. Dafür haben wir viele Verwüstungen und vor allem auch die Auswirkungen des Aschenregens gesehen. Ich habe die Fotos davon wieder in ein Webalbum gestellt.
In ganz Guatemala herrscht im Moment Ausnahmezustand. Die Schulen wurden geschlossen und auch der Flughafen ist wahrscheinlich bis Donnerstag gesperrt. Wir hoffen, dass er dann geöffnet wird, denn am Freitag beginnen die Semesterferien und viele der österreichischen Lehrer wollen nach Österreich fliegen. Unser Flieger nach Bolivien soll am Samstag mittags abfliegen - hoffentlich kommt es auch dazu....
Falls es mir noch gelingen sollte, den Pacaya, den ich während meines Aufenthaltes hier schon fünfmal (!) bestiegen habe, zu sehen, werde ich die Fotos davon wieder sicher hier veröffentlichen. Also schaut wieder einmal auf meinen Blog!
Fürs erste sind wir einmal froh, alles unbeschadet überstanden zu haben!
Sonntag, 30. Mai 2010
Mittwoch, 19. Mai 2010
Besuch von Margit und Gerhard Neubauer
Nach einer Erholungsphase vom Halbmarathon komme ich endlich dazu ein wenig über den Besuch von Margit und Gerhard Neubauer hier in Guatemala zu erzählen und einige Bilder ins Web zu stellen.
Margit und Gerhard kamen am Samstag, 1. Mai mit dem Lufthansa-Flug über Mexiko nach Guatemala. Wir haben ein Programm zusammengestellt, das aus dem Besuch von Antigua, Rio Dulce, den heißen Quellen von Aquas Calientes, von Flores und Tikal und dem Atitlansee mit dem Markt von Chichicastenango, sowie einem mehrtägigen Aufenthalt am Playa Quilombo am Pazifik bestand.
Die Neubauers waren sehr angenehme, liebenswürdige Gäste, mit denen wir viel Spaß hatten. Ich kann nur hoffen, dass ihnen der Aufenthalt in Guatemala ein wenig gefallen hat und sie gerne an die Zeit hier zurückdenken (sie sind ja bereits wieder in Österreich, eingespannt in ihre Arbeit und ihren Alltag).
Im Webalbum "Bilderbogen Besuch der Neubauers" habe ich einige Fotos zusammengestellt, die eine kleine Zusammenfassung unserer gemeinsamen Zeit darstellen soll.
Liebe Margit, lieber Gerhard! Es hat uns sehr gefreut, euch hier bei uns zu haben!
Margit und Gerhard kamen am Samstag, 1. Mai mit dem Lufthansa-Flug über Mexiko nach Guatemala. Wir haben ein Programm zusammengestellt, das aus dem Besuch von Antigua, Rio Dulce, den heißen Quellen von Aquas Calientes, von Flores und Tikal und dem Atitlansee mit dem Markt von Chichicastenango, sowie einem mehrtägigen Aufenthalt am Playa Quilombo am Pazifik bestand.
Die Neubauers waren sehr angenehme, liebenswürdige Gäste, mit denen wir viel Spaß hatten. Ich kann nur hoffen, dass ihnen der Aufenthalt in Guatemala ein wenig gefallen hat und sie gerne an die Zeit hier zurückdenken (sie sind ja bereits wieder in Österreich, eingespannt in ihre Arbeit und ihren Alltag).
Im Webalbum "Bilderbogen Besuch der Neubauers" habe ich einige Fotos zusammengestellt, die eine kleine Zusammenfassung unserer gemeinsamen Zeit darstellen soll.
Liebe Margit, lieber Gerhard! Es hat uns sehr gefreut, euch hier bei uns zu haben!
Montag, 17. Mai 2010
21 lange Kilometer
Gestern, am 15. Mai 2010 habe ich die längsten 21 km meines Lebens zurückgelegt. Aber von Anfang an: Seit einigen Wochen versuchten wir (Wilfried und ich) uns mehr oder weniger konsequent auf den Halbmarathon von Coban vorzubereiten. Erschwert wurde mein Training durch eine Entzündung meiner Achillessehnen, die aber durch den Einsatz verschiedener Salben, die aus Österreich eingeflogen wurden, in Schach gehalten wurde. Am Samstag fuhren wir also in Richtung Coban, einer Stadt im Norden Guatemalas, wo alljährlich der größte Halbmarathon Mittelamerikas stattfindet. Schon die Anreise war ein Erlebnis der besonderen Art, denn Organisationsgenies, wie es die Guatemalteken nun einmal sind, fand am Samstag auch gleich ein großes Radrennen von Guatemala-City nach Coban statt. Wir brauchten für die knapp 250 km mehr als 4 Stunden, denn es waren hunderte Radfahrer unterwegs, von denen auch fast jeder ein eigenes Begleitfahrzeug hatte... und das im vollen Verkehrsgeschehen, mitten unter qualmenden Bussen und schimpfenden Fahrern von Privatautos. Wenn ich noch einmal auf die Welt komme, werde ich Lungenfacharzt in Guatemala :-)

Zunächst schien das Wetter sehr angenehm: Bewölkt, mäßig warm, doch das änderte sich sofort als die Wolken sich verzogen und die Sonne herunterstrahlte. Günters Uhr kann Durchschnittstemperaturen während der Läufe messen: 29 ° zeigte sie am Ende des Weges an. Es hatte also zeitweise sicher über 30 ° und bei solchen Temperaturen sind die Anforderungen an das Kreislaufsystem extrem hoch, außerdem braucht man extrem viel zu trinken. Dafür war von den Veranstaltern wohl gesorgt. Nach den Gatorade-Standln pickte die Straße hunderte Meter weit...
Die Strecke war gesäumt von tausenden von Menschen (viel mehr als bei europäischen Läufen), die die LäuferInnen ständig anfeuerten, Marimba-Bands machten Musik und Schulkinder boten Sprechchöre.
Mit Fortgang des Laufes sah man immer mehr Menschen über die Steigungen gehen, viele hatten sich wohl mit ihrem Tempo übernommen, übergaben sich am Straßenrand oder gaben auf. Ich hatte mir meine Kräfte recht gut eingeteilt, machte mir keinen Druck wegen der Zeit (die war mir echt egal, es ging ums Durchkommen) und so konnte ich nach 2 Std. 31 Min. meine Runde im Stadion beenden und die Teilnahmemedaille in Empfang nehmen. Wilfried kam kurz nach mir ins Ziel und wir waren beide stolz darauf diesen schweren Lauf geschafft zu haben. Ich glaube nicht, dass es sehr viele Teilnehmer in unserem Alter gegeben hat. Leider gibt es hier keine Wertung in Altersgruppen. So wissen wir über die Altersstruktur der Teilnehmer nicht Bescheid, haben aber nicht viele LäuferInnen in unserem Alter gesehen.
Heute, einen Tag nach dem Lauf haben wir beide keinen Muskelkater nur meine Achillessehne macht mir das Stiegensteigen etwas schwer - ich geh ein wenig wie ein Pinguin - aber auch das wird vergehen und nächsten Sonntag starten wir bei einem 5 km - Lauf zugunsten krebskranker Kinder...
Angekommen in Coban erledigten wir zunächst einmal unsere Anmeldung. Diese ging gegen sonstige guatemaltekische Gewohnheiten wirklich professionell vor sich: Man musste das Nenngeld (umgerechnet 13 €) per Bank eingezahlt und sich online angemeldet haben. Man musste sich nur mehr etwas anstellen, dann bekam man bald seine Startnummer, seinen Zeitchip und die Gutscheine für T-Shirts, Handtuch, Mineralwasser und andere Kleinigkeiten, die man sich bei messeartig angeordneten Messestandeln abholen konnte. Nach dem Einchecken in unser Hotel (das musste schon im März gebucht werden, sonst bekam man keines mehr), genossen wir die Stadt in Volksfeststimmung. Essensstandeln, Kioske mit Sportequipment (z. B. Sportsocken: 4 Paar um 1 €!) usw. säumten die Plätze und Straßen und dazwischen tausende Besucher aller Ethnien des Landes: Weiße, Indiginas, Schwarze...
Nach dem Spaziergang folgte eine gute, erholsame Nacht, die allerdings um 6h früh zum "Frühstück" beendet war: Tee, Weißbrot, Marmelade, und um 7 h ging es mit Günter und Robert (zwei Mitstreiter) in Richtung Start. Dort war schon die Hölle los. Fast 5000 Menschen - Männer pinkelnd an Zäunen, Frauen in langen Reihen angestellt am Mac Donalds - Toiletten, die Spannung spürbar und sich ständig steigernd. Und um 8.00 Uhr pünktlich der Start - und da wir in der hinteren Zone eingeteilt waren, dauerte es eine Weile bis wir gehend die Zeitnehmung passierten. Und dann begann das eigentliche Rennen. Hier das Streckenprofil, damit man sich eine Vorstellung vom Auf und Ab dieser Strecke machen kann:

Zunächst schien das Wetter sehr angenehm: Bewölkt, mäßig warm, doch das änderte sich sofort als die Wolken sich verzogen und die Sonne herunterstrahlte. Günters Uhr kann Durchschnittstemperaturen während der Läufe messen: 29 ° zeigte sie am Ende des Weges an. Es hatte also zeitweise sicher über 30 ° und bei solchen Temperaturen sind die Anforderungen an das Kreislaufsystem extrem hoch, außerdem braucht man extrem viel zu trinken. Dafür war von den Veranstaltern wohl gesorgt. Nach den Gatorade-Standln pickte die Straße hunderte Meter weit...
Die Strecke war gesäumt von tausenden von Menschen (viel mehr als bei europäischen Läufen), die die LäuferInnen ständig anfeuerten, Marimba-Bands machten Musik und Schulkinder boten Sprechchöre.
Mit Fortgang des Laufes sah man immer mehr Menschen über die Steigungen gehen, viele hatten sich wohl mit ihrem Tempo übernommen, übergaben sich am Straßenrand oder gaben auf. Ich hatte mir meine Kräfte recht gut eingeteilt, machte mir keinen Druck wegen der Zeit (die war mir echt egal, es ging ums Durchkommen) und so konnte ich nach 2 Std. 31 Min. meine Runde im Stadion beenden und die Teilnahmemedaille in Empfang nehmen. Wilfried kam kurz nach mir ins Ziel und wir waren beide stolz darauf diesen schweren Lauf geschafft zu haben. Ich glaube nicht, dass es sehr viele Teilnehmer in unserem Alter gegeben hat. Leider gibt es hier keine Wertung in Altersgruppen. So wissen wir über die Altersstruktur der Teilnehmer nicht Bescheid, haben aber nicht viele LäuferInnen in unserem Alter gesehen.
Heute, einen Tag nach dem Lauf haben wir beide keinen Muskelkater nur meine Achillessehne macht mir das Stiegensteigen etwas schwer - ich geh ein wenig wie ein Pinguin - aber auch das wird vergehen und nächsten Sonntag starten wir bei einem 5 km - Lauf zugunsten krebskranker Kinder...
Sonntag, 25. April 2010
Ananasschnaps
Mein heutiger Bericht handelt von einem Arbeitseinsatz - allerdings einem in eigener Sache: Wir brennen Schnaps. Unser Nachbar Markus, seines Zeichens Chemielehrer an der österreichischen Schule, besitzt eine Brennanlage. Vor 2 Jahren wurde damit schon Mangoschnaps gebrannt und diesmal beschlossen wir, gemeinsam mit Kathi und David, es mit Ananasschnaps zu versuchen. Vormittags wurde ein Kofferraum voll Ananas (ca. 150 Stück) am Zentralmarkt geholt (das Stück kostet ca. 40 €-Cent), zu Mittag aßen wir gemeinsam Erdäpfelgulasch und dann ging es los: Mit scharfen Messern, Gummihandschuhen und Schneidbrettln bewaffnet begannen wir die Ananas zu schälen (die Grobarbeit für "grobe" Männer: zuständig David und Wilfried) und klein zu schneiden (Feinarbeit für Sensible: zuständig Markus, Kathi und Irene). Mit viel Scherz und gemütlichem Geplänkel schafften wir es in ca. 2 1/2 Stunden die beiden Maische-Fässer zu füllen. Jetzt sollen die Ananasstückchen eine Woche lang gären (bei den derzeit herrschenden Temperaturen kein Problem) und nächste Woche erfolgt der sog. Grobbrand. Der Feinbrand erfordert etwas mehr Zeit und wird dann in einigen Wochen erfolgen (außerdem brauchen wir wegen der entstehenden "Dämpfe" mindestens einen Tag Erholung danach). Der Bericht über das Schnapsbrennen wird also seine Fortsetzung finden...
Sonntag, 18. April 2010
Ein "guatemaltekischer" Vormittag
Wir haben uns gestern kurzfristig entschieden heute vormittags an einem 10 km - Lauf unten in der Stadt teilzunehmen. Der Start sollte um 1/2 9 h erfolgen und so machten wir uns schon vor 1/2 8 h mit dem Auto auf den Weg. Unterwegs wollte Wilfried einmal rechts abbiegen, da war da leider ein Mopedfahrer, der das Auto gerade rechts überholen wollte und dabei im toten Winkel des Rückspiegels war. Er hakte mit seinem Moped bei der Stoßstange von Wilfrieds Auto ein und riss sie weg. Gottseidank kam er dabei nicht zu Sturz und hatte auch sonst keinen größeren Schaden an seinem Fahrzeug. Nachdem hier in Guatemala die meisten Fahrzeuge (vor allem Einspurige) nicht versichert sind, hat es gar keinen Sinn, sich über eine Schadensbegleichung Gedanken zu machen. Also: Stoßstange (bzw. Maske) des Autos eingepackt und weitergefahren!
Wir ließen das Auto in der Nähe des Starts in einer eher noblen Wohngegend stehen, zahlten unsere Nenngebühren, bekamen die Startnummern (natürlich ohne Nadeln - wir mussten sie einstecken ...) und kurz nach 9 h erfolgte der Start von mehreren hundert Läuferinnen und Läufern. Nachdem keine Chips zur Zeitnehmung ausgegeben wurden, wussten wir, dass die Zeiten wohl nicht gemessen wurden. Das war uns aber egal, weil wir (wir waren zu Dritt: Robert, Wilfried und ich) den Lauf als Training für den Halbmarathon am 15. Mai in Coban sahen. Die Strecke führte fast immer extrem stark befahrene Hauptstraßen entlang - die natürlich nicht gesperrt waren. Beim Überqueren von Straßen musste man oft buchstäblich um sein Leben laufen! Gegen Ende des Laufes überquerten wir einen großen Barranco (das ist eine tiefe Schlucht, von denen es hier in der Stadt recht viele gibt), der völlig mit armseligen Ghetto-Hütten verbaut war. Hier kamen mir ein paar schmutzige, verwahrloste Kinder entgegen, die mich recht fassungslos anstarrten. Ihr Blick schien zu sagen: Was machen diese Menschen hier? Warum rennen die so? Wahrscheinlich hat so etwas wie Sport in ihrem täglichen Überlebenskampf soviel Platz in ihrem Leben, wie in unserem das Suchen nach Lebensmitteln in Mülltonnen.
Das Laufen fiel mir sehr leicht und ich hatte überhaupt keine Probleme, was mich optimistisch für den Halbmarathon stimmt. Am Ziel angekommen, konnte man sich in einer 100m langen Schlange um ein Leiberl und etwas zu trinken anstellen, worauf wir gerne verzichteten. Wir waren guter Dinge und machten uns auf den Weg zu Wilfrieds Auto. Dort angekommen, erwartete uns die nächste Überraschung: Das Schloss an der Fahrertüre fehlte und mein Rucksack und die Geldbörse von Wilfried, beides unsichtbar unter dem Sitz verstaut, waren weg! Gottseidank, hat Wilfried die Kredit- und die Bankomatkarte zuhause gelassen und nur wenig Geld mitgenommen. Auch den Verlust von Crocs, T-Shirts und dem Rucksack können wir verkraften. Das Auto muss nach dem Unfall mit dem Mopedfahrer sowieso gerichtet werden und so sind wir zu dem Resümee gekommen: Es hätte alles noch viel schlimmer kommen können. Nach einer Dusche gönnten wir uns einen Brunch in einem sehr guten chinesischen Restaurant. Man kann sich dabei viele kleine Portionen bestellen, und somit auch viele Geschmacksrichtungen ausprobieren. Ich habe noch nirgends auf der Welt außer in China selbst so gut chinesisch gegessen! Aber das ist auch kein Wunder, Asiaten spielen hier in Mittelamerika eine ganz große Rolle. Darüber aber ein andermal. Jetzt werde ich mich erst einmal von diesem turbulenten Tag erholen!
Wir ließen das Auto in der Nähe des Starts in einer eher noblen Wohngegend stehen, zahlten unsere Nenngebühren, bekamen die Startnummern (natürlich ohne Nadeln - wir mussten sie einstecken ...) und kurz nach 9 h erfolgte der Start von mehreren hundert Läuferinnen und Läufern. Nachdem keine Chips zur Zeitnehmung ausgegeben wurden, wussten wir, dass die Zeiten wohl nicht gemessen wurden. Das war uns aber egal, weil wir (wir waren zu Dritt: Robert, Wilfried und ich) den Lauf als Training für den Halbmarathon am 15. Mai in Coban sahen. Die Strecke führte fast immer extrem stark befahrene Hauptstraßen entlang - die natürlich nicht gesperrt waren. Beim Überqueren von Straßen musste man oft buchstäblich um sein Leben laufen! Gegen Ende des Laufes überquerten wir einen großen Barranco (das ist eine tiefe Schlucht, von denen es hier in der Stadt recht viele gibt), der völlig mit armseligen Ghetto-Hütten verbaut war. Hier kamen mir ein paar schmutzige, verwahrloste Kinder entgegen, die mich recht fassungslos anstarrten. Ihr Blick schien zu sagen: Was machen diese Menschen hier? Warum rennen die so? Wahrscheinlich hat so etwas wie Sport in ihrem täglichen Überlebenskampf soviel Platz in ihrem Leben, wie in unserem das Suchen nach Lebensmitteln in Mülltonnen.
Das Laufen fiel mir sehr leicht und ich hatte überhaupt keine Probleme, was mich optimistisch für den Halbmarathon stimmt. Am Ziel angekommen, konnte man sich in einer 100m langen Schlange um ein Leiberl und etwas zu trinken anstellen, worauf wir gerne verzichteten. Wir waren guter Dinge und machten uns auf den Weg zu Wilfrieds Auto. Dort angekommen, erwartete uns die nächste Überraschung: Das Schloss an der Fahrertüre fehlte und mein Rucksack und die Geldbörse von Wilfried, beides unsichtbar unter dem Sitz verstaut, waren weg! Gottseidank, hat Wilfried die Kredit- und die Bankomatkarte zuhause gelassen und nur wenig Geld mitgenommen. Auch den Verlust von Crocs, T-Shirts und dem Rucksack können wir verkraften. Das Auto muss nach dem Unfall mit dem Mopedfahrer sowieso gerichtet werden und so sind wir zu dem Resümee gekommen: Es hätte alles noch viel schlimmer kommen können. Nach einer Dusche gönnten wir uns einen Brunch in einem sehr guten chinesischen Restaurant. Man kann sich dabei viele kleine Portionen bestellen, und somit auch viele Geschmacksrichtungen ausprobieren. Ich habe noch nirgends auf der Welt außer in China selbst so gut chinesisch gegessen! Aber das ist auch kein Wunder, Asiaten spielen hier in Mittelamerika eine ganz große Rolle. Darüber aber ein andermal. Jetzt werde ich mich erst einmal von diesem turbulenten Tag erholen!
Freitag, 16. April 2010
Ganz ICH
Nachdem ich nur selten auf den Fotos, die ich in diesem Blog veröffentliche, selbst vorkomme, und ich befürchte, dass die mir wichtigen Menschen in Österreich vergessen, wie ich aussehe, gibt es nun ein Selbstdarstellungs-Webalbum.
Es zeigt mich, mich und noch einmal mich.
Ein paar wenige Fotos sind auch dem Mann gewidmet, mit dem ich hier mein Leben verbringe: Wilfried. Dann habe ich noch meinen Bruder Andi und seine Freundin Petra auf den Fotos entdeckt.
Es zeigt mich, mich und noch einmal mich.
Ein paar wenige Fotos sind auch dem Mann gewidmet, mit dem ich hier mein Leben verbringe: Wilfried. Dann habe ich noch meinen Bruder Andi und seine Freundin Petra auf den Fotos entdeckt.
Herzlich bedanken möchte ich mich auch bei den Fotografen: Robert, Andi, Petra und Wilfried!
Ich hoffe, meine Leser und Fotobetrachter verkraften so eine geballte Ladung Irene! :-)
Sonntag, 11. April 2010
Das Geheimnis Cey Caulkers
Heute früh bin ich hinter das Geheimnis Key Caulkers gekommen. Ich war um 1/2 7 Uhr früh joggen und wurde wieder von einigen Rastas scherzhaft angeredet: Bist auf der Flucht? Warum rennst denn so? Cool down lady! usw. Dann kam ich an einem Schild vorbei (übersetzt): Wir haben hier 2 Friedhöfe und kein Krankenhaus, also geh langsam!
Als ich dann schon frisch geduscht auf dem Weg zum Frühstück (in einem für mich extrem langsamen Gehtempo) einen Rasta-Radfahrer überholte wurde mir eines klar:
Die Langsamkeit ist das Geheimnis auf das Cey Caulker seinen Fremdenverkehr aufbaut! Sie wird hier zelebriert! Sehr geschickt! Eine Insel ohne nennenswerte Strände, mit einem Riff das relativ weit weg ist braucht wenigstens ein Image und das hat sich Cey Caulker gegeben: Go slow!
Ich habe sogar den Verdacht, dass einige der schillernden Rastas dafür angestellt sind, den Menschen ständig solche Entspannungs- und Langsamkeitsparolen nachzurufen (es sind nämlich immer die gleichen!)
Geschickt, geschickt muss ich sagen: Wem das eingefallen ist, der ist ein kleines Genie. Denn was wünscht sich der gestresste Europäer oder US-Amerikaner? Entspannung! Und die kann er hier finden!
Als ich dann schon frisch geduscht auf dem Weg zum Frühstück (in einem für mich extrem langsamen Gehtempo) einen Rasta-Radfahrer überholte wurde mir eines klar:
Die Langsamkeit ist das Geheimnis auf das Cey Caulker seinen Fremdenverkehr aufbaut! Sie wird hier zelebriert! Sehr geschickt! Eine Insel ohne nennenswerte Strände, mit einem Riff das relativ weit weg ist braucht wenigstens ein Image und das hat sich Cey Caulker gegeben: Go slow!
Ich habe sogar den Verdacht, dass einige der schillernden Rastas dafür angestellt sind, den Menschen ständig solche Entspannungs- und Langsamkeitsparolen nachzurufen (es sind nämlich immer die gleichen!)
Geschickt, geschickt muss ich sagen: Wem das eingefallen ist, der ist ein kleines Genie. Denn was wünscht sich der gestresste Europäer oder US-Amerikaner? Entspannung! Und die kann er hier finden!
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